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Extensible Hypertext Markup LanguageXHTML

Dateiendung .xhtml, .xht, .html, .htm
MIME-Type application/xhtml+xml
Entwickelt von World Wide Web Consortium
Art Markup Language
Erweitert von XML, HTML
Standard(s): 1.0 (Recommendation),

1.1 (Recommendation),
1.1 SE (Working Draft),
5 (Working Draft),
2.0 (Working Draft)

Der W3C-Standard Extensible HyperText Markup Language (dehnbares, erweiterbares HTML; Abkürzung: XHTML) ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Darstellung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten. Es ist eine Neuformulierung von HTML 4 in XML 1.0: Im Gegensatz zu seinem Vorgänger HTML, welcher mittels SGML definiert wurde, verwendet XHTML die strengere und einfacher zu parsende SGML-Teilmenge XML als Sprachgrundlage. XHTML-Dokumente genügen also den Syntaxregeln von XML.

XHTML 1.0: Übergang von HTML zu XHTML

XHTML 1.0 enthält dabei alle Elemente von HTML 4.01, sodass eine Umformung von HTML-4.01-konformen Seiten zu XHTML 1.0 leicht möglich ist. Ein nicht XHTML-fähiger Webbrowser kann XHTML-Dokumente unter bestimmten Bedingungen trotzdem richtig darstellen (siehe MIME-Typen und HTML-Kompatibilität): er verarbeitet sie als normales HTML. Dabei wird ausgenutzt, dass die HTML-Parser der verbreiteten Browser tolerant gegenüber Syntaxfehlern sind. Diese Fehlertoleranz entstand als Antwort darauf, dass zahlreiche HTML-Dokumente im World Wide Web nicht dem formalen Standard entsprachen und gleichzeitig Fehlermeldungen von Anwendern nicht akzeptiert werden. Für XHTML hingegen gilt die XML-Grundidee des unkomplizierten Datenaustauschs und der problemlosen automatisierten Verarbeitung. Daher sind Programme, die XHTML verarbeiten, nicht mehr derartig tolerant.

Neuere XHTML-Dokumenttypen enthalten keine grafischen Auszeichnungen mehr. XHTML Transitional 1.0 ist der letzte Dokumenttyp, welcher noch grafische Elemente enthält, wie etwa font oder b.

In moderneren Dokumenttypen wie XHTML Strict 1.0 sind zwar noch wenige grafische Elemente enthalten, allerdings nur noch aus Gründen der Rückwärtskompatibilität zu den Transitional-Dokumenttypen. In XHTML Basic oder XHTML 2 schließlich sind grafische Elemente gar nicht mehr enthalten. Für die optische Gestaltung von XHTML-Elementen soll nur noch auf externe CSS-Regeln verwiesen werden.

XHTML-Modularisierung

Um die Entwicklung von Sprachen zu ermöglichen, die auf XHTML basieren, wurden verwandte und zusammengehörige Elemente in XHTML 1.1 in so genannten Modulen zusammengefasst. Basierend auf diesen in DTDs und zukünftig in XML-Schema abgefassten Modulen kann man eigene XHTML-Dokumenttypen nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen und mit anderen XML-basierten Sprachen mischen. Beispielanwendungen der XHTML-Modularisierung sind XHTML 1.1, XHTML Basic sowie die Mischungen mit SMIL (Multimedia), SVG (Vektorgrafik) und MathML (mathematischer Formelsatz). Zum Einbinden allgemeiner Objekte wie zum Beispiel Multimedia-Plug-ins gibt es das Objektmodul.

Versionenübersicht

XHTML fasst als Begriff die verschiedenen XHTML-Versionen zusammen:
XHTML 1.0 stellt die XML-basierte Neuformulierung von HTML 4.01 dar. XHTML 1.0 erhält die bekannten drei Dokumenttypen Strict, Transitional und Frameset. XHTML 1.0 wurde so angelegt, dass eine Rückwärtskompatibilität mit den verbreiteten HTML-Browsern möglich ist. Gleichzeitig kann es von neueren Browsern gemäß den strengen Regeln verarbeitet werden.
Die aktuelle Version XHTML 1.1 trennt sich von den missbilligten Elementen und Attributen der Transitional- und der Frameset-Variante, die direkt die Präsentation des Dokuments beeinflussen. Der Sprachumfang entspricht somit weitestgehend XHTML 1.0 Strict, hinzu kommen Elemente für Ruby-Erläuterungen. XHTML 1.1 ist nicht mit Blick auf die Kompatibilität zu HTML-Browsern angelegt.
XHTML Basic ist für minimalistische Geräte wie Mobiltelefone und Handhelds ausgelegt, indem nur einige Sprachbestandteile (Module) von XHTML verwendet werden. XHTML Basic ist die Basis für XHTML Mobile Profile (welches als WAP 2.0 in allen modernen mobilen Endgeräten implementiert ist) und für WML 2.0.
Durch die Modularisierung entstanden weitere Misch-Versionen, wie z. B. XHTML 1.1 plus MathML plus SVG.
Die momentan in der Entwicklung befindliche Version XHTML 2.0 bricht mit dem Erbe aus HTML 4 und sieht grundlegende Veränderungen vor. Dadurch sind XHTML-2.0-Dokumente nicht kompatibel mit XHTML 1.1.
Wichtige Neuerungen sind das vereinfachte uneingeschränkte Notieren von Hyperlinks, das vereinfachte Einbinden anderer Medienarten (z. B. Grafiken und Videos), die erweiterten Möglichkeiten, um Zugänglichkeit zu gewährleisten, und das ausgereiftere Angeben von Metadaten. Bisherige Kernfunktionen von HTML bzw. XHTML werden in XHTML 2.0 in andere XML-Sprachen ausgelagert, namentlich XForms für Formulare, XML Events zur Einbindung von Scripten und XFrames für Frames.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen HTML und XHTML HTML XHTML
Groß-/Kleinschreibung der Element- und Attributnamen egal (z. B. <br>, <Br>, <BR>) immer klein (nur <br />)
Elemente ohne Inhalt, z. B. br <br> <img> entweder leeres Element-Tag (z. B. <br />) oder mit End-Tag (z. B. <br></br>)

Die Variante <br /> wird aus Gründen der Kompatibilität empfohlen
Start- oder End-Tag weglassen teilweise erlaubt beide immer angegeben
Attributwert in Anführungszeichen angeben optional, solange der Attributwert bestimmte Zeichen nicht enthält. immer
boolesche Attribute, z. B. checked <input type="radio" checked> Attributname als Attributwert angeben, z. B. <input type="radio" checked="checked" />

Außerdem:
Das Start-Tag des Wurzel-Elements html muss immer die Namensraum-Angabe für XHTML enthalten: <html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
In XHTML 1.1 wurde das lang-Attribut durch das xml:lang-Attribut von XML ersetzt. In XHTML 1.0 wird die Angabe beider Attribute empfohlen, z. B. <html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de">.
Die Rolle des name-Attributs bei den Elementen a, frame und map übernimmt ab XHTML 1.0 das id-Attribut. Wenn Abwärtskompatibilität erwünscht ist, sollten sowohl das name- als auch das id-Attribut mit gleichem Attributwert notiert und XHTML 1.0 Transitional deklariert werden. In XHTML 1.1 bzw. XHTML-Modularisierung existiert kein name-Attribut mehr für diese Elemente.
Das Attribut name bei den Elementen form und img ist nur noch in XHTML 1.0 Transitional vorhanden, nicht in XHTML 1.0 Strict und XHTML 1.1. Diese Einschränkung ist vor allem beim DOM-Zugriff auf die Elemente relevant.

Beispiel

Ein Webbrowser akzeptiert folgendes standardkonformes HTML-Dokument:
<!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.01//EN"
"http://www.w3.org/TR/html4/strict.dtd">
<head>
<title>Beispiel</title>

<h1>Beispielseite</h1>
<p>Ein Absatz
<P>Noch ein<br>
Absatz
<ol>
<li>Listelement
<li>Listelement
</ol>
<p><img src=bild.gif alt="Bildmotiv">

Das html- und das body-Tag wurden komplett weggelassen. Das head-Tag wurde nicht geschlossen, genauso wie viele andere (p, li). Bei dem Bild ist das src-Attribut ohne Anführungszeichen angegeben.

Das gleiche Dokument als gültiges XHTML 1.0 könnte folgendermaßen aussehen:
<?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" ?>
<!DOCTYPE html
PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN"
"http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd">
<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml" lang="de" xml:lang="de">
<head>
<title>Beispiel</title>
</head>
<body>
<h1>Beispielseite</h1>
<p>Ein Absatz</p>
<p>Noch ein<br />
Absatz
</p>
<ol>
<li>Listelement</li>
<li>Listelement</li>
</ol>
<p>
<img src="bild.gif" alt="Bildmotiv" />
</p>
</body>
</html>

Die XML-Deklaration <?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1" ?> ist optional, wird aber vom W3C empfohlen, da sie XML-Parsern die Zeichenkodierung des Dokuments mitteilt. Wenn die Kodierungsangabe fehlt und keine Kodierung im HTTP-Header gesendet wurde, kann der Browser gemäß dem XML-Standard die Kodierung UTF-8 oder UTF-16 verwenden.

Die Angabe der XML-Deklaration führt dazu, dass der Internet Explorer 6 und Opera 7.0 bis 7.03 in den so genannten Quirks-Modus springen, was zu Besonderheiten bei der Verarbeitung der Stylesheets und JavaScript führt. Aus diesem Grund wird die XML-Deklaration oft weggelassen, wenn das Dokument als text/html an diesen Browser ausgeliefert wird (siehe den folgenden Abschnitt über MIME-Typen).

MIME-Typen und HTML-Kompatibilität

Beim Übertragen von HTML- und XHTML-Dokumenten finden bestimmte MIME-Typen Verwendung, z. B. in der Content-Type-Kopfzeile bei E-Mail und vor allem bei HTTP:
Für HTML-Dokumente ist es gemäß RFC 2854 vorgesehen, sie mit dem MIME-Typ text/html zu senden.
Ein XHTML-1.0-Dokument soll normalerweise gemäß RFC 3236 mit dem MIME-Typ application/xhtml+xml gesendet werden. Wenn sich das Dokument an die Richtlinien der Rückwärtskompatibilität hält, kann es gemäß RFC 2854 und dem XHTML-1.0-Standard als text/html gesendet werden. Aufgrund der mangelnden XHTML-Unterstützung der verbreiteten Software kommt der letzteren Option ein besonderer Stellenwert zu.
Da für XHTML 1.1 keine Kompatibilität mit gewöhnlichen HTML-Browsern vorgesehen ist, sollen solche Dokumente gemäß einer W3C-Mitteilung nur als application/xhtml+xml ausgeliefert werden. Dasselbe gilt für die übrigen Abkömmlinge von XHTML-Modularisierung, also etwa XHTML Basic.

Vom MIME-Typ hängt ab, wie die Browser das Dokument verarbeiten. Erst wenn ein XHTML-Dokument etwa mit dem Inhaltstyp application/xhtml+xml deklariert wird, setzen XHTML-fähige Browser ihre XML-Parser ein, durch welche die Vorteile des strengen XHTML-Codes, wie etwa die einfache Verarbeitbarkeit, ausgenutzt werden. Wenn dies der Fall ist, kann das Dokument nur dann dargestellt werden, wenn es sich um wohlgeformtes XML handelt. Viele aktuelle Browser, darunter Mozilla, Mozilla Firefox, Netscape Navigator, Opera und Safari, unterstützen den MIME-Typ application/xhtml+xml. Der weit verbreitete Internet Explorer kann mit diesem MIME-Typ jedoch erst seit Version 7.0 etwas anfangen: Ältere Versionen öffnen einen Download-Dialog, anstatt das Dokument darzustellen. Daher sollte text/html verwendet werden, wenn der Browser nicht ausdrücklich in der Accept-Kopfzeile der Anfrage übermittelt hat, dass er application/xhtml+xml unterstützt. Dies kann serverseitig ermittelt werden, um den passenden MIME-Typ zu senden - wobei man für den Internet Explorer ab Version 7.0 eine Versionsprüfung durchführen müsste, da der IE nach wie vor */* als MIME-Typ sendet.

XHTML und Layout

Mit HTML 4 begann das W3C damit, diejenigen Elemente und Attribute, die direkt für die Präsentation des Dokuments zuständig waren und keine ausgabe-unabhängige Strukturierung ausdrückten, schrittweise aus HTML auszuschließen. Zwar enthält XHTML 1.0 genauso wie HTML 4 eine Transitional-Variante mit diesen veralteten Sprachbestandteilen. Es hat sich jedoch im modernen Webdesign durchgesetzt, dass die Strict-Variante verwendet wird und die Dokumente konsequent mit CSS formatiert werden. Der strukturierte Inhalt und das jeweilige Layout können dadurch getrennt definiert werden. Mit XHTML 1.1 und dem geplanten XHTML 2.0 schließt das W3C diese Entwicklung endgültig ab, indem nur noch ausgabe-unabhängige Textauszeichnung erlaubt wird und das Layout zwangsläufig mit CSS oder ähnlichen Sprachen realisiert werden muss.

Erweiterungen

Erweiterungen bei HTML

HTML-Seiten besitzen als SGML-Sprache zwar eine genau definierte Struktur, die in der Dokumenttypdefinition (DTD) festgelegt ist. Ohne Kenntnis der DTD kann aber die hierarchische Baumstruktur eines Dokuments nicht zweifelsfrei ermittelt werden. Manche Elemente haben keinen End-Tag (wie z. B. <br> für einen Zeilenumbruch) oder ein optionales End-Tag (wie <p> für einen Textabsatz). Nur die DTD bestimmt, welche Elemente dies sind. Kennt der Parser sie nicht, so ist die Dokumenthierarchie mehrdeutig. XHTML als XML-Sprache behebt diesen Mangel.

HTML ist eigentlich nicht erweiterbar, übliche Browser gehen aber bei der HTML-Verarbeitung folgendermaßen vor:
Auszeichnung durch unbekannte Elemente wird ignoriert.
Bei syntaktischen Fehlern wird versucht, trotzdem einen logischen Elementenbaum zu erzeugen. Es wird versucht, aus einer nicht-konformen Seite das Beste zu machen, d. h. eine Seite wird auf jeden Fall dargestellt.

Damit ist die Verarbeitung von verschiedenen HTML-Versionen möglich. Führt eine Version ein neues Element ein, wird dieses von älteren Browsern einfach ignoriert. Gleiches gilt für Attribute. Kennt ein HTML-3.2-fähiger Browser beispielsweise das in HTML 4.0 eingeführte acronym-Element für Abkürzungen nicht, wird es überlesen und die Abkürzung erscheint in normaler Textformatierung. Dasselbe gilt für browserspezifische Erweiterungen. Das blink-Element ist beispielsweise in keinem HTML-Standard enthalten. Einige Browser, ursprünglich nur der Netscape Navigator, stellen den Text dann blinkend dar. Andere Browser stellen den Text wiederum normal dar.

Erweiterungen bei XHTML

Im Gegensatz zu HTML wurde XHTML mit Blick auf die Möglichkeit der Erweiterbarkeit geschaffen. XHTML nutzt dazu das Namensraum-Konzept von XML. Eine XHTML-Version bildet dabei einen solchen Namensraum. Andere XML-Sprachen wie MathML, SVG und RDF stellen weitere Namensräume dar. In einem XHTML-Dokument können nun Elemente aus fremden Namensräumen verwendet werden, indem Sie über das Attribut xmlns eine entsprechende Namensraum-Angabe erhalten.

Ein Beispiel für die Nutzung des Namensraum-Konzeptes zur Erweiterung von XHTML ist die Einbettung von MathML:
<p>Dies ist noch ganz normales XHTML</p>
<math xmlns="http://www.w3.org/1998/Math/MathML">
<mrow>
<mi>x</mi>
<mo>=</mo>
<mfrac>
<mrow>
<mrow>
<mo>-</mo>
<mi>b</mi>
</mrow>
<mo>&PlusMinus;</mo>
<msqrt>
<mrow>
<msup>
<mi>b</mi>
<mn>2</mn>
</msup>
<mo>-</mo>
<mrow>
<mn>4</mn>
<mo>&InvisibleTimes;</mo>
<mi>a</mi>
<mo>&InvisibleTimes;</mo>
<mi>c</mi>
</mrow>
</mrow>
</msqrt>
</mrow>
<mrow>
<mn>2</mn>
<mo>&InvisibleTimes;</mo>
<mi>a</mi>
</mrow>
</mfrac>
</mrow>
</math>
<p>...und hier geht XHTML weiter</p>

Ein MathML-fähiger Browser könnte diesen Dokumentausschnitt folgendermaßen darstellen:

Dies ist noch ganz normales XHTML

… und hier geht XHTML weiter

Erweiterungen sind also durch Bildung von neuen Namensräumen möglich, ohne dass die XHTML-Standards selbst geändert werden müssen. Durch die Verwendung von Namensräumen ist ein Konflikt von Elementen gleichen Namens in verschiedenen Erweiterungen ausgeschlossen. Diese können immer eindeutig zugeordnet und zum Beispiel über das DOM mit der Kennung des Namensraums angesprochen werden. Die infolge der XHTML-Modularisierung entstandenen erweiterten XHTML-Versionen bauen auf diesem Konzept auf.

Durch das Entstehen solcher Erweiterungen tritt eine ähnliche Situation wie bei HTML-Erweiterungen ein, denn nicht alle Browser unterstützen die eingebundenen Erweiterungen wie zum Beispiel SVG. Der Browser hat folgende Möglichkeiten, mit Elementen aus unbekannten Namensräumen umzugehen:
Er kann die Auszeichnung durch solche Elemente ignorieren und die Textinhalte einfach darstellen (wie bei HTML).
Er kann alle Elemente des unbekannten Namensraums sowie deren Textinhalte komplett ignorieren.
Er kann versuchen, aus dem Web ein Plug-in für die Erweiterung zu laden und die Seite dann korrekt darstellen.

Weblinks
Wikibooks: Websiteentwicklung: XHTML – Lern- und Lehrmaterialien

XHTML betreffende Spezifikationen
XHTML selbst
HTML 4.01 (deutsche Übersetzung)
XHTML 1.0 (deutsche Übersetzung)
Modularization of XHTML (deutsche Übersetzung)
Abkömmlinge der XHTML-Modularisierung
XHTML 1.1 (deutsche Übersetzung)
XHTML Basic (deutsche Übersetzung)
An XHTML + MathML + SVG Profile
XHTML+SMIL Profile
XHTML 2.0

Suchmaschinen-Spamming

Unter Suchmaschinen-Spamming (Search Engine Spamming) oder Index-Spamming (Spamdexing) versteht man alle Handlungen, die dazu führen, dass eine Internet-Suchmaschine auf eine Suchworteingabe hin auf den vordersten Plätzen Webseiten ausgibt, die keine für den Surfer relevanten oder dem Suchbegriff entsprechenden Informationen enthalten. Suchmaschinen-Spamming bei Google bezeichnet man auch als Google-Spamming.

Alle Manipulationen, die dazu dienen, nicht-relevante Ergebnisse in den Suchmaschinen zu erzwingen, sind Spam. So ist jeder, der Internetseiten mit der alleinigen Absicht untereinander verlinkt, die Position einer bestimmten Internet-Seite zu verbessern, die zum Suchbegriff nicht die relevantesten Informationen liefert, ein Spammer. Die Anpassung von Seiten an die Sortieralgorithmen von Suchmaschinen mit dem Ziel, die Position bei Suchbegriffen zu verbessern, bezeichnet man als Suchmaschinen-Optimierung – dies beinhaltet die Optimierung für relevante Begriffe ebenso wie für irrelevante. Die Übergänge von der relevanten Optimierung zum Suchmaschinen-Spamming sind oft fließend. Gute Seiten mit sinnvollem Inhalt haben Manipulationen der beschriebenen Art in der Regel nicht nötig, da sie durch viele Hyperlinks von Internet-Usern gefördert werden.

Gespammt wird meistens bei kommerziellen Seiten. So werden viele Seiten mit pornographischen Inhalten für die Suchmaschinen manipuliert, weil die Betreiber nur dann mit solchen Internetseiten, z. B. über integrierte Dialer, Geld verdienen können, wenn sie auf den vordersten Plätzen oft auch unter „harmlos“ klingenden Stichworten gelistet sind.

Definition

Zum Suchmaschinen-Spamming zählen:
alle Versuche, eine Webseite unter einem Stichwort zu listen, ohne dass die Seite sich mit dem betreffenden Thema beschäftigt (siehe auch Google-Bombe)
alle Versuche, unter einem Suchbegriff bewusst viele Mehrfachlistungen zu erzielen
irreführende Weiterleitungen zu einer Webseite, die keinerlei Informationen zu dem eingegebenen Suchbegriff enthält

Techniken

Spammer bauen ihre Optimierungsmethoden auf den Such- und Bewertungsstrategien der erfolgreichen Suchmaschinen auf, um die von ihnen erstellten oder betreuten Internetseiten in den Ergebnislisten der Suchmaschinen nach vorne zu bringen. Zu den bekanntesten Manipulationstechniken gehören:
die unangemessene Wiederholung eines Begriffs im Titel der Seite oder in den Meta-Keywords im HTML-<head>
das Notieren vieler Keywords innerhalb von HTML-Kommentaren
das Unterbringen von vielen Keywords in den alt-Attributen (Alternativtexten) der Bilder
das Schreiben von Text in der Hintergrundfarbe („versteckter Text“, Hidden Text), so dass der Text nur für Suchmaschinen, nicht aber für den Internet-Surfer auf dem Bildschirm erkennbar ist
das Einfügen von versteckten Texten mit unzähligen Keywords auch außerhalb des sichtbaren Seitenbereiches, in durch Stylesheets unsichtbar gemachten Seitenbereichen oder in Bereichen unterhalb von Grafiken
das Anlegen versteckter Hyperlinks auf einer Internetseite, zum Beispiel mit Hilfe von winzigen, nicht sichtbaren Ein-Pixel-Grafiken oder im Frameset
das Gästebuch-, Foren-, Blog- und Wiki-Spamming durch Einfügen von (irrelevanten) Links
die Verwendung mehrerer Title-Tags, um Schlüsselbegriffe an prominenter Stelle unterzubringen
die Aufnahme von Begriffen, die nichts mit dem Thema der Internetseite zu tun haben, in die Meta-Tags
Weiterleitungen mit dem Meta Refresh Tag, per JavaScript, CGI oder mittels dynamischer Seiten (PHP, ASP), um den Suchmaschinen andere Inhalte als dem menschlichen Surfer präsentieren zu können
das Anlegen von Hunderten vorgelagerter Umleitungen, jeweils mit kurzen HTML-Phrasen, sog. Brückenseiten (Doorway Pages)
das Anlegen vieler gleicher Seiten unter mehreren URLs, z. B. bei Billig-Providern
das Betreiben von „Linkfarmen“
Cloaking: Die Ausgabe von Seiteninhalten an Suchmaschinen, die sich von jenen Seiteninhalten inhaltlich unterscheiden, die ein Surfer zu sehen bekommt
die Einrichtung von Open Directory Project- oder Wikipedia-Klonen
Referrer-Spam

Gegenmaßnahmen

Captcha-Einsatz bei MediaWiki zur Behinderung von Spambots

Etliche dieser Manipulationstechniken werden bereits von den Suchmaschinen erkannt. Ist eine Internetseite, die auf die beschriebene Art und Weise massiv manipuliert wurde, von den Suchmaschinenbetreibern entdeckt worden, steht den Suchmaschinenbetreibern eine Reihe von Gegenmaßnahmen zur Verfügung:
Anpassung des Sortieralgorithmus
Verschiebung der Seiten in der Ergebnisliste nach hinten
Entfernung der Seiten aus dem Index
Ausschluss einzelner IP-Adressen, ganzer IP-Bereiche oder Domains aus dem Index

Außerdem wurde das Hyperlink-Attribut rel="nofollow" eingeführt, das Links für die Bewertung von Suchmaschinen entwertet. Damit soll das Spammen in Foren, Gästebüchern, Blogs und Wikis verringert werden.

Suchmaschinenoptimierung

Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) ist ein Fachbegriff für Methoden, die dazu dienen, Webseiten bei betreffenden Suchbegriffen in den Ergebnisseiten von Suchmaschinen auf höheren Plätzen erscheinen zu lassen. Es bezeichnet auch die Tätigkeit von Firmen und Beratern, die anbieten, Webseiten für Suchmaschinen zu optimieren und für Vernetzung der Internetpräsenz durch Verlinkung im Web zu sorgen. Oberbegriffe sind neben anderen Internet-Marketing, Online-Marketing, Webpromotion und Weboptimierung.

Arbeitsweise

Suchmaschinenoptimierung berücksichtigt die Vorgehensweise, nach der Webcrawler verschiedener Suchmaschinen die Webseiten suchen, deren Inhalte lesen und verarbeiten, nach welchen Kriterien diese bewertet und wie Suchergebnisse zusammengestellt und sortiert werden (Suchmaschinenranking). Die Arbeitsweise der Sortieralgorithmen wird von den Betreibern der Suchmaschinen geheim gehalten und häufig geändert, um Missbrauch zu erschweren und dem Benutzer nur wirklich relevante Ergebnisse zu liefern. Auf sie muss deshalb durch die Analyse der Suchergebnisse geschlossen werden. Das Aufsuchen und Einlesen der Inhalte von Webseiten folgt dagegen bekannten HTML-Standards des Web, deren Einhaltung bei der Erstellung von Webseiten den ersten und wesentlichen Schritt einer Optimierung darstellt.

Ein weiterer Schritt ist die Auswahl der wichtigsten Suchworte. Hierzu kann man sich frei verfügbarer Datenbanken, wie der Keyword-Datenbank oder dem Metager Web-Assoziator, bedienen.

Die Metatags, welche man im Headbereich einer Homepage einarbeiten kann, verlieren dabei immer mehr an Bedeutung. Um korrekte Suchergebnisse gewährleisten zu können, werden diese von großen Suchmaschinen wie Google kaum noch beachtet. Wichtig ist viel Text in der betreffenden Internetpräsenz, um möglichst viele Keywordphrasen und somit bessere Suchmaschinenergebnisse gewährleisten zu können. Besonders bedeutsam sind außerdem die Wörter, die im Seitentitel (Title-Tag), in ausgewiesenen Überschriften (H1-, H2-Tags usw.), in Textlinks (auch solchen, die auf die betreffende Seite verweisen) sowie innerhalb der URL vorkommen.

Traditionelle Suchmaschinenoptimierung

Bei der traditionellen Suchmaschinenoptimierung wird üblicherweise eine Seite für ein oder zwei Suchwörter optimiert. Oft wird auch eine umfangreiche Seite in mehrere Einzelseiten aufgeteilt, um diese für verschiedene Suchbegriffe zu optimieren. Dabei werden die Suchwörter mit den entsprechenden Inhalten kombiniert. Dieser (klassische) Bereich zählt zur so genannten „OnPage-Optimierung“; dies bezeichnet alle Methoden und Möglichkeiten, die am Inhalt und der Struktur einer Website durchgeführt werden können.

Mittlerweile genügt es nicht mehr alleine, die Relevanz von Webseiten zu erhöhen. Ein gutes Listing und eine gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen sowie die Quantität und Qualität der eingehenden Links auf eine Website (Backlinks) sollten mit in Betracht gezogen werden. Diesen Bereich der Suchmaschinenoptimierung nennt man „OffPage-Optimierung“.

Um die eigene Website einmal auf Ihr Potenzial hin zu untersuchen, stellen einige Internetagenturen kostenlose Online-Tools bereit. Sie sind recht einfach zu bedienen und zeigen die Stärken und Schwächen der eigenen Internetpräsenz auf. Oftmals genügt es schon, bestimmte Eigenschaften der Website ein klein wenig zu verändern, um sich in Suchmaschinen auf einer viel besseren Platzierung wiederzufinden.

Hindernisse

Manchmal muss sich der Betreiber einer Website entscheiden, ob er eine rein grafisch orientierte, mit Bildern und Texten animierte Seite entwickeln möchte, wie es die Programmierung in Flash ermöglicht, oder, mit weniger Möglichkeiten, auf klassische Seitengestaltung mit Hilfe von Suchmaschinen relevantem HTML-Code und überwiegend statischen Bildern setzt. Designs, welche bereits auf der Startseite oder über das gesamte Angebot hinweg mit Kurzfilmen oder grafisch eingebetteten Texten als Bildelement arbeiten, bieten den Suchmaschinen kaum auswertbaren Textcode. Die Programmierung einer Webseite ausschließlich in Flash empfiehlt sich daher derzeit trotz weitgehender gestalterischer Möglichkeiten aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung nicht.

Um dennoch das enorme Gestaltungspotential animierter Startseiten oder ganzer Internetauftritte in Flash ohne Ranking-Verlust zu ermöglichen, optimieren einige Programmierer ihre Seiten daher mit Hilfe von automatisierten Umleitungen, in deren Verlauf die für die Suchmaschinen lesbaren Texte in Form kurzer HTML-Phrasen zu finden sind, die aber beim Bildaufbau im Browser des Anwenders aufgrund der Geschwindigkeit einer automatischen Domain-Weiterleitung nicht erscheinen. Diese Technik, mit so genannten Brückenseiten, widerspricht den Richtlinien der meisten Suchmaschinen. Derartig „optimierte“ Zielseiten werden, sobald sie bemerkt werden, von Suchmaschinenbetreibern ausgeschlossen.

Ethik der Suchmaschinenoptimierung

Methoden, die nicht relevante Webseiten auf vordere Plätze der Ergebnisseiten von Suchmaschinen bringen, werden als Suchmaschinen-Spamming bezeichnet; sie verstoßen gegen Regeln, die Suchmaschinen zum Schutz vor Manipulationen ihrer Suchergebnisse aufstellen. Ethisch einwandfreie Suchmaschinenoptimierung vermeidet Spamming. Fälle, die von den Suchmaschinenbetreibern aufgedeckt werden, haben oftmals den Bann der betreffenden Seite zur Folge.

So musste BMW Anfang 2006 kurzfristig hinnehmen, dass das Internetangebot des Automobilkonzernes komplett aus Google entfernt wurde, weil eine Reihe von automatisch weiterleitenden Brückenseiten erstellt wurden.[1] Nachdem BMW die beanstandeten Seiten entfernt hatte, wurde bmw.de wieder in den Google-Index aufgenommen.[2]

Ethische Suchmaschinenoptimierung (engl. white hat search engine optimization) verzichtet auf verbotene Praktiken wie den Einsatz von Brückenseiten oder einer Linkfarm und befolgt die Direktiven der einzelnen Suchmaschinen. Ziel dabei ist es, Bestrafungen durch die Suchmaschinen, wie einen Ausschluss aus dem Index oder die Herabstufung in den Suchergebnisseiten, zu vermeiden.

 

 









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